Sinn des Lebens
Spirit schrieb am 28. März 2006 um 15:15 Uhr (575x gelesen):
Hallo Chord :)
Ich kann die wirtschaftliche Situation nicht erklären - ich schätze mal das kann so richtig wirklich niemand - denn wenn sie einfach Erklärbar und zu ergründen wäre, könnte man das dagegen tun. Aber da nichts wirklich was passiert, weiß wohl niemand so recht, was man tun könnte, ergo erst garnicht wirklich erklären. So meine subjektive Ansicht. Vielleicht mag es auch anders sein, das weiß ich nicht.
Die Gewinne der Konzerne - worauf beruhen sie? Das sollte man mal ernsthaft ergründen und mal in denen ihren Schlamm wühlen, woraus sie ihre Gewinne herausgedrücken, da kommt einem nur noch das große Kotzen. Ich könnte einen sehr langen und bitteren Erfahrungsbericht schildern woher unter anderem sich in einer der vielen Verkaufsbranchen der Gewinn eines Konzerns verdankt - aber das würde sowohl der Rahmen als auch das Grundthema dieses Threads sprengen. Die Wahrheit wäre sowiso zu deprimierend - sowohl für die betroffene, als auch für (zukünftige) Arbeitssuchende.
Ob man in der Hölle lebt - oder im Himmel - ich schätze mal, das hängt wohl auch ein wenig damit zusammen, was man vom Leben erwartet und wo die Prioritäten sitzen, was einem wichtig ist und was nicht.
Ein Beispiel: Eine Familie - beide Elternteile berufstätig, selbständig. Beide arbeiten am Tag 10-12 Stunden, kommen nur spät heim, nehmen sich arbeit mit nach hause und arbeiten weiter usw. - sind fleissig, fleissig, fleissig. Das Einkommen reicht aber dennoch nur gerade so aus, um die Grundbedürfnisse zu decken. Geldsorgen hier, existenzängste da, keine Aufträge, schlechte Zahlungsmorale der Kunden... Einmal im Jahr ist Urlaub in den Südsee zu zweit angesagt. Für 2 wochen Urlaub arbeiten sie hart und härter und verzichten sogar auf ein vernünftiges Familienleben und das Kind sollte ab 12 Jahren alt genug sein auch so den ganzen Tag alleine zu verbringen, und sich versorgen können, denn spätabends wenn sie Heimkommen gibts ja warmes Essen und das sogenannte "Familienleben" findet am gemeinsamen Essenstisch statt mit Gespräche wie das Geschäft lief.
Ihre Priorität war: Arbeiten, arbeiten, arbeiten, um sich einmal im Jahr einen Lichtblick in Form eines Urlaubs zu gönnen, oder sich mal was besonderes leisten zu können. Der Lebensstandart war hoch - sehr schöne Wohnung, schöne Gegend, schönen Urlaub. Für sie war es normal - ich schätze mal so betrachteten sie das Leben und als gutes Leben, nicht die Hölle. Wenn ich jedoch dieses Leben führen müsste, wäre das in meinen Augen die Hölle. Für das Kind das darin keinen Familienleben sah, war es die Hölle.
Ich kenne aber auch eine andere Familie mit dieselben Faktoren. Nur das die Priorität nicht darin liegt, Geld zu sparen um einmal im Jahr in den Urlaub fliegen zu können. Sie lebten einen einfacheren Lebensstandart, und nahmen sich statt mehr Zeit für Arbeit um mehr Geld zu machen, mehr Zeit in Familienleben. Sie hatten wenig, aber was sie hatten wurde in gemeinsame Familienausflüge mit ihren Kindern gesteckt. Sie waren halt eben nicht Selbständig, hatten einfache Arbeiterjobs, oder es gab einen Hausfrau/-mann und die Wohnung war auch nicht im Exklusiv-gegend. Auch sie hatten existenzängste, Geldnöte und konnten gerade ihre Grundbedürfnisse decken. Aber sie sahen darin auch ein gutes Leben - sie waren glücklich sich zu haben und die Kinder waren glücklich. So ein einfaches Leben wäre wohl die Hölle für die erste Familien-elternteile. Denn sie würden nicht auf ihren hohen lebensstandart und Urlaub verzichten wollen...
Das sind auch wiederum nur extrem-beispiele. Ob man im Himmel oder Hölle lebt - ist einfach wohl das, was einem wichtig ist und ob das was man hat einem ausreicht oder nicht.
Und um die Frage vorneweg zu beantworten: Ja ich war das Kind von der ersten Familie. Ich habe es nicht geschafft, meinen Eltern der Erwartungen gerecht ebenso ein hartarbeitendes Leben zu beginnen und sah nicht den Sinn des Lebens darin, Geld zu machen um mir exklusive Dinge leisten zu können. DAS - wäre für mich die Hölle. Ich ziehe das einfachere Leben vor, um dafür mehr für meine eigene gegründete Familie zeit zu geben, denn darin sehe ich der Sinn des Lebens. Nicht das Materielle. Aber auch dafür muss ich die Konsequenzen tragen - aber diese trage ich dann gerne, denn es geht schließlich nicht um's Geld, sondern um die Familie...
Grüßle
Spirit

Beitrag ist archiviert
Diskussionsverlauf: