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re: @Sabine: Suche nach dem Pol der Liebe
Füchsin * schrieb am
19. März 2006 um 21:34 Uhr (591x gelesen):
Hallo, Mariusz!
Für mich ist Liebe tiefster innerer Einklang, ein in die Frequenzen des anderen einstimmendes eigenes Lied, aus der die schönste harmonische Musik erklingt. Wenn ich einen Baum betrachte, und ich siehe die Schönheit seiner Formen, wie unglaublich zart und doch stark alles daran ist, wie wundervoll die Farbschattierungen sind, wenn ich die Bewegungen seiner Äste in mir fühle, und wie die Wassersäfte durch seine Adern aufsteigen, wenn ich also sein ganzes Wesen erfasse und für schön und gut befinde, so ist das Liebe.
Wenn ich den Lauf von Ameisen betrachte, wie sie miteinander kommunizieren oder ihre Beinchen kratzen, wenn eine Fliege ihre Fühler putzt und ihre Flügelchen streckt, und alles ist an ihr schön und gut, dann ist das Liebe. Wenn ich auf einen Misthaufen sehe, wieviel Maden sich dort befinden, und wie die sich auf den Dung freuen - der nur für menschliche Nasen stinkt, weil Menschen den Dung nicht essen - und wieviel Leben aus scheinbarem Abfall neu entsteht, so ist das gut und schön. Wenn ich sogar im größten Verbrecher gute und schöne Aspekte in seinem Leben erkennen kann, und verstehe, warum er wurde, wie er wurde, so ist das Liebe.
Liebe bedeutet, den anderen als schön und sinnvoll (gut) anzusehen, auf seine Weise, mit seinen Fehlern und Unvollkommenheiten und Dellen und Brüchen und Gebrechen, und ihn in seinem tefsten Wesen zu verstehen und anzunehmen als Mitgeschöpf, Bruder, Kind, Feind. Sich nicht abwenden, sondern sich trotz allem zuwenden. Das bedeutet aber auch, dass man vieles nur verstehen kann, wenn man es selbst erlebt, durchlitten, getan, bereut und wieder gut gemacht hat. Man muss verstehen, warum ein Wesen handelt, wie es ist und handelt und nicht anders sein und handeln kann, wie es eben ist. Und das es dennoch NUTZVOLL und SINNVOLL ist und damit gut.
Man sagt, Gott ist in der Welt und ist im Kern jedes Dinges und jeder Lebensform, und so ist das verstehen vollkommen. Die Genesis schildert symbolisch die Erschaffung der Welt, und am Ende heißt es: Und Gott sah die Schöpfung und fand, dass sie sehr, sehr gut war.
Denn Gott ist auch vollkommen in der Liebe. Er (sie) wendet sich von sich aus niemals ab, auch dann nicht, wenn die Geschöpfe sich willentlich von ihm abwenden wollen. Wer die Schöpfung mit Liebe betrachtet und mit Liebe behandelt, der liebt auch Gott. Man kann Gott nicht lieben und ehren, wenn man seine Geschöpfe nicht liebt und ehrt. Beginnend bei sich selbst.
Die Frage war, welche Rahmenbedingungen dafür da sein müssen, um zu lieben: Augen um zu sehen, ein Herz um zu fühlen, ein Geist um zu verstehen und der Wille eins zu sein.
Mit lieben Grüßen -
Füchsin

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