(BETA) Links zu Beiträgen, Artikeln, Ressorts und Webseiten, die zu diesem Beitrag passen könnten (Alle bisher vermerkten Stichwörter und URLs):
Geister:
Geister (ressort)
Geister:
Geisterhafte Gesichter (hp)
Geister:
Spuk (wiki)
Man wird nicht nur von Instinkten gesteuert
Chord * schrieb am
4. April 2006 um 11:00 Uhr (755x gelesen):
Hallo, mich stört an der bisherigen Diskussion, dass man davon ausgeht, dass man, wenn man "biologisch gesteuert" (oder wie immer man das nennt) wird, dass dies dann immer auf Instinkte zurückzuführen wäre, denen man kraft seines Geistes entgegentreten könne, so man dies nur wolle.
Für Instinkte gilt dies zwar offensichtlich zumindest zum Teil, allerdings unterliegen wir auch zahlreichen anderen biologischen Einflüssen.
Und es ist kein Wunder, dass z.B. Hormonkrankheiten nicht selten als Charakterdefizite angesehen werden, solange die hormonelle Ursache nicht bekannt ist. Diese Hormonstörungen verändern, wenn sie stark ausgeprägt sind, enien Menschen dermaßen, dass nicht selten selbst seine nächste Umgebung ihn nciht mehr wiedererkennt, und meint, er hätte sich charakterlich total zum Negativen entwickelt, und Scheidungsszenarien z.B. keine Seltenheit sind, genausowenig wie Überweisungen zum Psychiater.
Dass auch eine Hormonstörung letztendlich eine psychische Ursache hat bzw. haben kann, ist mir schon klar, allerdings hat Mensch A Glück und es wird schon seine beginnende Hormonstörung richtig behandelt, während sie bei Mensch B übersehen wird und sich langsam, aber stetig immer mehr verstärkt (obwohl die psychische Ursache vielleicht schon seit Jahren gar nicht mehr besteht!), und während Mensch C sogar ganz verkehrt behandelt wird (bei Hormonstörungen nichtmal so eine Seltenheit, wie man meinen würde), und sich die Störung sogar mehr noch verstärkt als wenn diese (!) Art der Behandlung unterlassen worden wäre.
Tatsächlich können A, B und C sehr wohl Kraft ihres Geistes im selben Ausmaß in der Lage sein, ihre Instinkte überwinden (also in dieser Hinsicht "gleich stark" sein), allerdings nicht die Auswirkungen eines bestimmten viel zu niedrigen oder viel zu hohen Hormonspiegels. Und tatsächlich passiert bei jedem Menschen letztendlich dasselbe, wenn man ihm z.B. künstlich ein Hormon immer weiter zuführt oder es ihm immer weiter entzieht. Er verhält sich dann irgendwann mal genauso, wie man es im Lehrbuch bei der entsprechenden Diagnose nachlesen kann.
Alles Liebe
Chord
> Aus dem realen Leben:
>
> Meine junge Katze schreit sich die Seele aus dem Leib. Und alles nur, weil umständebedingt der Termin der Kastration versäumt wurde. Sie frißt nichts, sie trinkt nicht mal, sogar Leckerli will sie keines, die Haare sind struppig, sie will nur eins, raus auf dem Balkon, die ganze Umgebung zusammenmiauen und endlich gedeckt werden! Und wenn sie runterspringen müsste. Liebesbedürftig ohne Ende. Nicht wiederzuerkennen. Instinkt und hormongesteuert total.
>
> Gemeinerweise ist kein Kater in der Nähe, und wenn, darf er nicht raus, und wenn, ist auch er kastriert - wir gönnen unseren Haustieren keinen freien Sex mehr und keine Aufzucht der Jungen (sofern sie kein Geld bringen), was von uns äußerst niederträchtig ist, aber wir maulen, weil uns dasselbe von der Kirchenkanzel gepredigt wird: sei keusch (oder eher heute wieder: bekommt gefälligst mehr Nachwuchs)!
>
> Und bei all dem Gemaunze frage ich mich: ist nicht auch der Mensch so zu 95% trieb- und hormongesteuert? Folgt er nicht genetischen Programmen, biologischen Chemiebomben in seinem Körper, verordneten Tabletten, anerzogenen Mustern?
>
> Wieweit entscheidet der Mensch wirklich frei? Sind nicht auch für uns "Krone der Schöpfung" nicht geradezu NUR Atmung, Nahrung, Fortpflanzung/Sex ausschlaggebend, wie wir entscheiden und uns verhalten? Laufen wir nicht auch den menschlichen Katern und Kätzinnen hinterher? Sind wir in unserem Verhalten nicht heute noch die Altsteinzeitler von gestern? Wo bleibt denn die bewusste Steuerung des Körpers, die freie Entscheidung für oder gegen Sex, der Verzicht auf Nahrung und Trank, die Ruhe bei Gefahr, die Autonomie bei kollektiven Massenveranstaltungen oder Massenpaniken? Leiden wir nicht Schmerzen, obwohl wir es nicht müssten?
>
> Wir sind Geist, d.h. Trillionen von kommunizierenden Nerven- und Gehirnzellen; wir sind unkörperliche Seele, und Seele ist fast perfekt. Zu blöd, dass wir meistens zu 95% nur Körper sind. Und damit quasi Tiere. Oder?

Beitrag ist archiviert
Diskussionsverlauf: