Re: Ein halbes Jahr ist es jetzt her und was nun?
sonnenkind schrieb am 9. Januar 2004 um 15:10 Uhr (574x gelesen):
hallo doreen
mein vater ist mit 58 jahren, vor acht monaten plötzlich umgefallen und war tot. er befand sich auf seiner alljährlichen wanderung. morgens hat er sich verabschiedet und mittags war er tot. wir haben lange das gefühl des nicht begreifens gehabt.
irgendwie haben wir jeden tag auf seine rückkehr gewartet. aber mit jedem tag der ins land zog haben wir langsam schritt für schritt begriffen was geschehen ist.
ich glaube nicht, das die lücke die entsteht wenn geliebte menschen einen verlassen ,geschlossen werden kann. auch wenn sie in unserem herzen weiter leben und in jeder zelle unseres körpers etwas zurückgelassen haben. es ist eine materielle lücke die bleibt. der leere platz am tisch, keiner der nach hause kommt oder wie du sagtest bei feiern das fehlende lachen. es ist einfach nicht mehr so wie es war und es wird auch nie mehr so werden. aber geistig sind sie noch da.
mein weg hiess begreifen und annehmen. doreen, du lebst nicht ohne ihn weiter. ohne ihn würde es dich nicht hier und heute geben. er ist ein teil von dir und du von ihm und er wird auch in deinen kindern weiterleben.
seitdem mein vater verstorben ist, bemerke ich wie ähnlich ich ihm doch bin. nicht nur im äusseren.
du sagst, es ist als wenn es gestern wäre. da hab ich gestern abend im bett noch dran gedacht... .
kennst du das lied in the living years?... say it loud say it clear...
obwohl ich wusste das es das letzte jahr mit ihm war (ich hab seinen tod gesehen) und ich ihm einiges gesagt hatte, gibt es immer noch gedanken, die ich ihm gerne zu lebzeiten gesagt hätte.
sag ihm jetzt was du ihm sagen wolltest, er wird dich hören. so wie deinen opa beschreibst, wird es ihm wohl sehr gut gehen. er wird weiterhin deine schritte beobachten, bis er selber wieder auf die erde muss und wer weiss, vielleicht trefft ihr euch ja wieder.
du wirst deine bereitschaft merken und dann kannst du kontakt aufnehmen. habe meinen vater, jeden abend vor dem einschlafen gebeten, mich bitte nicht im traume zu besuchen. ich fühlte mich noch nicht bereit. ich glaub vier oder fünf wochen später fand ich dann endlich die kraft dazu ,ihn zu empfangen. ich sagte vor dem einschlafen: papa , wenn du magst kannst du heute nacht gerne in meinen traum kommen , nun fühle ich mich dazu bereit. gleich in der ersten nacht trafen wir uns und standen uns gegenüber. du wirst deutlich den unterschied zu einem normalen traum feststellen.
nimm dir zeit die sache zu begreifen und anzunehmen. jeder braucht seine individuelle zeit. ich wünsch dir innere kraft und hoffnung.
alles liebe
sonnenkind
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