Gibt es dieses "Oben" vielleicht doch?
rlx schrieb am 30. Juni 2003 um 19:10 Uhr (639x gelesen):
Huhu Kali,
>Jeder verändert sich im Laufe dieses Weges, aber nie kommt man am Ende an. Sobald man dem Trugschluss aufsitzt, dass man oben angekommen ist, erfolgt ein Stillstand oder sogar ein Rückschritt. Es gibt kein Ende, es gibt kein endgültiges "Oben".
---Ich wurde da durch dein Posting(gesamtes) zur einigen Überlegungen angeregt, warum es dieses "Oben" doch geben sollte. Die Schlußüberlegung ist ganz unten.
Ich denke, falls es ein "Oben" gibt und jemand jemals wirklich dort "oben" ankommen sollte und am Ende der Entwicklung sein, so würde derjenige nicht mehr weiter existieren wollen, denn es gibt ja kein Ziel, kein Sinn mehr weiter zu existieren. Das wäre dann der richtige Zeitpunkt die eigene Individualität aufzugeben und zurück zur "Quelle" zu gehen.
>Auf diesem Weg geht es darum die Liebe in sich zu entfachen, die Liebe zu uns selbst und die Liebe zu allem um uns herum, was nicht gleichbedeutend damit ist, dass man nur noch mit verklärtem Lächeln durch die Gegend läuft. Es bedeutet eins mit der Liebe und dem Kosmos zu werden und dieses an andere weiterzugeben. Es bedeutet, diesen Zustand in den Alltag zu tragen. Veränderungen fangen im Kleinen an. Desto mehr Menschen auf diesen ihren Weg kommen, desto mehr Menschen im Umfeld dieses einen, können davon profitieren und auch bewußt zur Quelle werden.
---Wenn ich nur aus meiner persönlicher Sicht so ein Ziel ansehe(Liebe zu entfachen) und diese Sicht auch nur darauf beschränke, so kann ich mich noch nicht mit so einem Ziel identifizieren. Ich könnte mir nicht vorstellen in einer Welt zu existieren, die nur aus Liebe, Licht und ewiger Glückseligkeit besteht(im direkten und im übertragenen Sinne). Denn genau das würde für mich einen Stillstand bedeuten(wie du oben schreibst), der wiederum für Rückschritt und Degeneration sorgen wird. Wo bleibt dann die Gegenkraft, die uns zum Handlen und zur Entwicklung anspornt? Solange die Entwicklung andauern sollte, müssen wir meiner Meinung nach immer hungrig(im übertragenen Sinne) nach was auch immer sein und immer ein Ziel, eine Herausforderung for Augen haben. So, aus dieser Sicht gesehen, betrachte ich dieses Ziel nicht als Hauptziel.
Wenn man aber dieses Ziel aus der Sicht des ewigen Kreislaufs ansieht, wie du es beschreibst, und es nie zu einem Zeitpunkt kommen sollte, wo so ein Zustand überall erreicht wird, daß alle nur noch Licht und Liebe senden, so kann ich ich so ein Ziel durchaus als erstrebenswert betrachten, aber nur als ein persönliches Ziel jedes Individuums, der noch auf dem Weg ist. Dann aber sollte auf jeden Fall irgendwo ein "Oben" sein, denn wenn ich dieses Ziel erreicht habe, wäre es auch an der Zeit aus diesem Kreislauf auszusteigen.
>Sicherlich ist das eine Folge innerhalb eines Lebens, wenn wir auf dem Weg sind, aber unsere Aufgabe in jeder einzelnen Inkarnation geht weit darüber hinaus, wir sind hier um anderen auf den Weg zu helfen, das ist unsere Aufgabe, davon bin ich feste überzeugt. Wir können anderen aber nur auf ihren Weg helfen, wenn wir selbst auf dem Weg sind, wenn wir im Fluss sind, wenn wir der Fluss sind und wenn wir schließlich mit anderen zusammen das Meer bilden, den Ozean aus dem neues Leben entspringt.
---Sehr schön geschrieben, danke! Das hat mich auf meine Überlegungen mit dem "Oben" und mit dem Ziel (Liebe) an sich gebracht. Sollten wir also das endgültige Ziel erreichen und nur aus Liebe bestehen, sind wir raus aus diesem Fluss und auch aus diesem Kreislauf. Wir können keinem mehr helfen, also haben wir auch keine Aufgabe mehr. Außerdem stören wir das Gleichgewicht.
Zeit also zurück zur "Quelle" (aus welcher dieser Fluß gebildet wird) zu gehen und uns darin auzuflösen.
So gesehen, muß es also doch ein "Oben", dieses Ende geben, sonst ist dieses Kreislauf nicht geschloßen :-)
Gruß
rlx

Beitrag ist archiviert
Diskussionsverlauf: