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Hexenhochzeit nach Zsuzsanna Budapest
Blaze schrieb am 16. August 2002 um 22:25 Uhr (716x gelesen):

Aus dem Buch „Mondmagie“ von Zsuzsanna Budapest:
Ich will über Hochzeit sprechen, weil die Heirat für Frauen das beladenste Symbol und das gefühlsmäßig am meisten geladene Ritual ist, das es gibt. Manchmal ist sie das einzige herausragende Ritual im Leben einer Frau. Das Patriarchat hat alle anderen eliminiert wie das des nahenden Alters, das Fest ihrer ersten Menstruation, die sicher ebenso bedeutsam ist wie die Heirat und deren Auswirkungen länger anhalten als die meisten Beziehungen. Sie hat nicht mehr das Ritual das sie als Königin ehrt, wenn sie als Frau erblüht, welche die Arbeit der Göttin in der Welt aufgenommen hat. Man hat sie missachtet und ganz sicherlich nicht geehrt, wenn sie zur Crone (mit 56) wird und ins wissende Alter eintritt, das Alter der Weisheit.
Aber bei der Hochzeit wird die Frau als Göttin anerkannt. Sie ist mit dem weißen Gewand der Sonnengöttin Lucia bekleidet, bei deren Fest in Schweden alle Mädchen und Frauen weiß angezogen sind. Ihr heiliger Schleier bedeutet, dass sie beschützt und gesegnet ist. Die lange Schleppe, die von den jungen Frauen oder Mädchen getragen wird, zeigt an, dass sie in der Blüte ihres Lebens und das Oberhaupt aller Frauen ist. Die Hochzeiten von heute bergen immer noch viele der alten Elemente in sich. Diese Symbole sind es, die uns Frauen die Tränen in die Augen treiben. Es ist die verlorengegangene Symbolik – an deren Wichtigkeit man sich dunkel erinnert, obwohl die wahre Bedeutung nicht bekannt ist-, die Frauen auf Hochzeiten weinen lässt.
Was geschieht?
Liebe geschieht. Das kann nicht einmal das Patriarchat ändern.
Die Großmutter Mondin hat wieder ein junges oder altes Paar verzaubert, ihre Herzen bewegt, und jetzt wollen sie sich einander in der Öffentlichkeit versprechen. Dieses öffentlich bezeugte Versprechen ist der wahrhaft alte Teil dabei. Die Gemeinschaft wird Zeuge eines Liebesbandes und behandelt das Paar danach anders. Das Ritual schafft einen Raum zwischen dem, was war, und dem was sein wird. Es schafft den Übergang zwischen verlobt und verheiratet sein.
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Heidnische Hochzeitsfeiern können ausgefeilt und teuer oder auch sehr flexibel und einfach sein. Sie können auch legal oder nicht legal sein, je nach der Kombination der beteiligten Geschlechter. Gleichgeschlechtliche Hochzeiten werden immer noch von keiner Kirche und keinem Staat anerkannt, von der Göttin aber schon immer.
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..... Er wollte keine Blumenkrone tragen. Er liebte Blumen, hatte aber Schwierigkeiten mit dem Kronenkonzept. Ich erklärte ihm, dass es bedeute, sich mit der Erde zu identifizieren, wenn man Blumen auf dem Kopf trägt. Es ist auch ein Symbol des Respekts vor der Ehe. Das waren Gründe die ihm einleuchteten.
Am Beginn der Tryst, der Götterzeremonie, die ich bei einer Hochzeit durchführe, gibt es immer Musik, die von den Versprochenen ausgewählt worden ist. Üblicherweise spielen eine Harfe, Flöte oder Klavier oder ein paar Geigen. Ich selbst ziehe den Herzschlagrhythmus von Trommeln vor, runde, warme Töne, die von der Tiefe des Bauches zum Geist aufsteigen.
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Beide waren barfuss wie ich es verlangt hatte, damit sie die Erde berühren konnten. Aber schritten auf Rosenblüten, die die Kinder für sie auf den Weg gestreut hatten.
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Die Hochzeitsgesellschaft brauchte nicht lange, um die Energie für die Zeremonie anzuheben. Ich erklärte die sonare Meditationstechnik, in der das koordinierte Summen einer Menschengruppe ihre Gehirnwellen in Gleichklang bringt – und sie führten sie aus, einfach so. Auf dieser gemeinsamen Schwingung ließ ich die Zeremonie sanft wie auf einem Nebelbett dahingleiten.
Das Tablett voll Speisen war auch ganz besonders. Geröstete Mandeln (der Venus heilig) und schimmernde, schwarze Pflaumen, Kapuzinerkresse, Wurzelgemüse (Karotten), Stengel (Spargel) und Blumen (Blumenkohl) schmückten das Tablett. Bei der Hochzeit ist das mein Hochaltar. Über diesem bescheidenen Tablett voll Speisen rufe die Göttin allen Lebens an, den Beschluss des Paares zu bestärken, sie zusammenwachsen zu lassen, auf dass ihre Liebe und ihre Arbeit Früchte tragen und dass sie sich wie Zweige innerhalb ihrer Gemeinschaft ausbreiten mögen.
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Ein wichtiger Teil des Rituals ist, dass jeder der Partner etwas vom Tablett auswählt und es in den Mund des anderen legt und spricht „Mögest du niemals hungern“ Das ist ein Versprechen. Es umfasst alle möglichen Arten von Hunger. Sie versprechen einander genügend zu füttern, um Liebeshunger, Hunger nach Nahrung, Aufmerksamkeit, Wissen und Erfahrung zu stillen. Es ist ein großes Versprechen. Dann tranken sie aus silbernen Schalen. Sie sind Symbole der Freude und natürlich aus Silber, um sie der Mondin zu weihen. Es ist wichtig, Hochzeitsfeiern mit den Mondphasen abzustimmen. Für diese Hochzeit wählte ich zunehmende Mondin, gerade ein paar Tage vor Vollmondin. Die Neumondin ist bestens geeignet für junge Liebende, frische Paare. Cynthia und Paul hatten Wasser aus ihrer Küche in den Kelchen. „Mögest du niemals dürsten“ sagten sie und boten einander einen Schluck aus en Silberschalen an. Man kann nach ebenso vielen Dingen dürsten wie hungern, also stillt dieses Versprechen das Dürsten nach Liebe und Zuneigung, nach Anerkennung und Wissen.
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Der letzte Akt des Rituals besteht in der gegenseitigen Krönung mit den Blumen, um einander der gegenseitigen Hochachtung zu versichern.
„Du bist die Göttin“ sagt Paul
„Du bist der Gott“ sagt Cynthia.
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Das Ende der Zeremonie kann der allerschönste Teil sein, wenn das Paar – gekrönt von der Göttin – als Kinder der Erde dasteht und darauf wartet über den Besen zu springen, (ich würde dazu einen Spruch wie „dies soll der erste Schritt sein, den wir gemeinsam durch’s Leben gehen, der erste von einem langen gemeinsamen Weg“ Anmerkung Blaze) um ihr gemeinsames Schicksal zu besiegeln. An diesem Punkt können sie einander etwas Bedeutsames sagen oder ein Gedicht vorlesen (vielleicht wie man den anderen kennen lernte, Anm. Blaze).
Nun bat ich die Hochzeitsgesellschaft, das Paar mit ihren persönlichen Segenswünschen zu überhäufen.
......
Aber auf speziellen Wunsch des Brautpaares war es absolut tabu, sie aus Gründen der Fruchtbarkeit mit Reis zu bewerfen. Die Kinder, die sie schon hatten, reichten ihnen.
Wir legten den Besen im Westen hin, weil dies schon eine Heirat war die in den Augen der Liebe geschlossen worden war, und nach dem letzten Segensspruch sprang das Paar händehaltend hoch und verließ für einen Augenblick die Erde. Der Familienfotograph verewigte diesen Moment, als sie über den Marrhenbesen sprangen, auf Video.
Nach der Landung auf der anderen Seite küssten und umarmten sie einander ...


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