Re: Selbst-Erforschung
myrrhe schrieb am 30. Oktober 2003 um 10:24 Uhr (470x gelesen):
Hallo Tanja,
schön ist es, daß Du mit Deinem Freund so offen geredet hast, und
daß er Verständnis für Dich hat. Er muß Dich schon sehr lieben,
wenn er so reagiert – viele andere würden vielleicht ausflippen
oder Dich argwöhnisch betrachten ...
Versuche einmal, weg von dem anderen Mann zu denken.
Analysiere vielmehr die Beziehung zu Deinem Freund. Er ist Dir
ein lieber Freund, wie Du schreibst. Ist er Dir mehr? ist es der, mit
dem Du alle Höhen und Tiefen des Lebens beschreiten willst?
möchtest Du mit ihm alt werden? würdest Du ihn bis zum Ende
seines Lebens begleiten, ja, bis in den Tod? Gibt er Dir das, was
Du von einem Partner erwartest? Fühlst Du Dich von ihm
respektiert, geliebt, angenommen, so wie Du bist? Weißt Du,
spürst Du in Dir, es ist ER, bei dem Du angekommen bist? Was
würdest Du empfinden, wenn er weggehen würde? wenn er
sterben würde?
Und Du selbst – wie bist Du geliebt worden, von den Eltern, von
späteren Freunden und Partnern? haben sie Deine Persönlichkeit
erkannt, gefördert, respektiert? Konntest Du Dich entfalten?
Diese Gedanken können Dir sehr viel helfen, Klarheit über Dich
und Deine Partnerschaft zu finden. Und es kann sehr gut sein, daß
das Gefühl für den anderen zerplatzt wie eine Seifenblase: denn
Verliebtheit ist nicht Liebe. Liebe ist viel, viel mehr: sie ist das, was
das Herz ausmacht. Liebe ist im Herzen. Wenn ich mein Herz
kenne, weiß ich, daß ich liebe. Ohne Vorbehalte, ohne den
anderen zu binden. Einfach so.
Liebe Grüße,
myrrhe
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