re[2]: Luzider Traum?
Jasmine schrieb am 29. September 2005 um 8:23 Uhr (501x gelesen):
Ich träume manchmal auch luzid, aber nicht so oft. Luzid in Nachtträumen bedeutet, man wird sich bewusst, dass man träumt. Das taucht bei mir kurz vor dem Aufwachen auf, dann hänge ich noch ganz im Traum, aber ein Teil meines Wachbewusstseins ist schon geweckt und erkennt auf einmal, dass das Erlebte Traum und nicht physische Realität ist. Bei mir ist es nun so, dass ich trotzdem dem Traumgeschehen folge, noch passiv und müde, wie ich bin. Ich kann also nicht eingreifen und das Traumgeschehen verändern, das geht nur bei der Art von luziden Träumen, welche bewusst eingeleitet den Wachträumen entsprechen, also keine Nachtträume. Aber die Luzidität des Nachttraums vor dem Aufwachen erweckt den Eindruck, als ob man wach entscheidet, in Wirklichkeit würde man sich genau gleich im Traum verhalten, wenn man sich des Träumens nicht bewusst wird und noch ganz drin steckt im Traum. Natürlich könnte man beim Aufwachen bewusst im Traum sitzenbleiben und ihn weiterträumen, so wie man es möchte, das wäre aber schon luzider Wachtraum. Wenn man sich jedoch passiv dem Traumgeschehen hingibt und es kommen lässt, entstehen wiederum Traumszenen, welche den Nachtträumen nahekommen. C.G.Jung nannte diesen Prozess Aktive Imagination.
Auch Hellwahrnehmung ist immer ein Empfangen der Visionen, ein passives Kommenlassen, das einzig Aktive ist die davor gestellte Frage und das aufmerksame geduldige Abwarten auf unverfälschte Eindrücke.
Ich hab allerdings auch oft den Eindruck, ich hätte Bewegungsfreiheit im Traum, das liegt daran, dass der Träumer auf das Traumgeschehen reagiert, es wahrnimmt und damit das Traumbewusstsein darstellt. Das Ich im Traum ist gerade so wach, um den Traum bewusst wahrnehmen und reagieren zu können. Wenn Luzidität einsetzt, wird dieses Traum-Ich noch beweglicher, auch dann, wenn es nur reagiert und noch nicht selbst erschafft. Es gibt also fliessende Übergänge.
LG Jasmine

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