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religio und die Verwaltung Kirche
myrrhe schrieb am 15. Februar 2005 um 19:50 Uhr (630x gelesen):

Hallo Erwinio,

es wundert mich schon sehr, daß so viele Menschen, auch wenn sie spirituell denken, diesen Unterschied nicht bemerken: Sie verwechseln konsequent die religio mit der Kirche. Die Kirche ist aber nicht die religio, sie verwaltet sie, sie modifiziert sie, und das alles mit einem Riesenaufwand an Beamten. So wie überall in der Gesellschaft: es gibt doch keine Trennung der irdischen Bereiche. Warum sollte es bei der religio anders sein als etwa in Wirtschaft und Politik?

Die Kirche hat mit der ursprünglichen religiösen Lehre selbst nicht mehr allzuviel zu tun. Sie ist ganz einfach ein Beamtenstadl, und die Kirchenangestellten sind Beamte, dazu da, daß das Werkl rennt, daß be- und überwacht wird, daß das Volk geführt wird. Und da gibt es nun, wie überall, Fleißige und Kirchen-(obrig)-treue, da gibt es Abtrünnige, solche, die es mit der Ehrlichkeit nicht allzu genau nehmen, solche, die nach dem Buchstaben der Gesetze leben, solche die freiwillig, aus dem Empfinden heraus, nach den Regeln leben. Da gibt es die, die mehr auf sich als auf andere schauen und die, die sich aufopfern für das Wohl der anderen Menschen.
Wie überall!
Die Beamten-Obrigkeit erläßt Gesetze, um das Volk zu regieren. Sie hält klarerweise an ihren Strukturen fest - das ist typisches Beamtenverhalten: "do kenntat ja a jeda kumma" -, sie igelt sich ein, sie führt ihr eigenes hierarchisches Leben, und sie ist vom "gemeinen Volk", in der Politik auch gerne "kleiner Mann auf der Straße" genannt, meilenweit entfernt.

Erst wenn man erkennt, daß der Ursprung der religio von der Verwaltung Kirche längst verschüttet, uminterpretiert, zum Teil eliminiert und für ganz menschlich-irdische Zwecke neuorientiert worden ist, kann man verstehen, was die Kirche eigentlich ausmacht: in unserer Gesellschaft ebenso wie in Gesellschaften davor.

Die Kirche ist Bestandteil unserer Gesellschaft - die Beamten gehören zu unserer Gesellschaft. D. h. wir, die Gesellschaft, machen sie möglich, so wie sie ist. Sie ist ein Spiegel von uns. Deshalb ist es auch völlig sinnlos und vor allem falsch, mit dem Finger auf sie zu zeigen und so zu versuchen, sie ins Außen zu stellen. Das ist sie nicht. Wir alle formen die Verwaltung Kirche mit, so wie wir alles formen, denn es ist aus uns.

Grüße,
myrrhe

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