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re: Shekhina und Shabbat
Füchsin * schrieb am
30. März 2006 um 10:24 Uhr (694x gelesen):
Hallo, Eris!
Für mich ist die universelle Gottheit beides, eingeschlechtlich, sie zeigt sich für uns Zweigeschlechtern nur mal so, mal anders. Man gibt ja auch dem Strom oder dem Prinzip der Gravitation kein "Geschlecht". YHWH ist ebenfalls ein Prinzip - die Kabbalisten schlüsseln diese Buchstaben in Kräfte auf; als nördlichere ägyptische Variante gilt "Elohim" = ein Mischwort männlich, weiblich, singular und plural. Aus Angst, diese Kräfte durch Aussprechen herbeizurufen oder zu verunehren, übersetzten die patriarchalen Juden prinzipiell mit Adonai (Herr). So wie übrigens auch der phönizische Baal aus derselben Gegend nur "Herr" bedeutet. Die automatische Übersetzung der Lutherbibel mit Gott (maskulin singular) ist eigentlich nicht das, was in der Bibel zum Ausdruck gebracht wird. "Jahwe" oder "Jehovah" ist nur unser Versuch, YHWH aussprechbar zu machen, und kein Name. Der eigentliche Name wurde von jüdischen Priestern nur 1x/Jahr im Tempel zu Jerusalem ausgesprochen, wobei die Gläubigen gleichzeitig ein Getöse zu veranstalten hatten, damit keiner ihn bewusst hören konnte.
Wir wissen aber, dass die Israeliten aus Ägypten zuzogen (E. 18. Dynastie), dass auch Palästina ägyptisches Protektorat war, und die Ägypter den Gott Jah oder Rah der Wüstenstämme als Variante ihres Ra oder Amun(-Ra) ansahen; der Wüstengott hatte allerdings mehr Fruchtbarkeitszüge und wurde mitunter als Stier dargestellt (daher auch im Buch Mose das Goldene Kalb, Schlange oder die Schlange am Kreuz...).
Der Glaube in Ägypten war während der Jahrtausende einem starken Wandel ausgesetzt; es geriet in der Forschung in Vergessenheit, dass der alte Gott Amun ebenfalls eingeschlechtlich war mit 2 Erscheinungsweisen: Amoun und Amounet, männlich und weiblich. Später verschmolzen alle möglichen Gottheiten mit diesen zwei Seiten. Amun war jedenfalls in der 18. Dynastie der verborgene, verschleierte, wolkenhafte Gott, ein Prinzip und eine Energie, die hinter und in allen Göttern war, die nur seine Erscheinungsweisen waren, und dessen Name nicht ausgesprochen werden durfte. Tempel, Altäre und Götterstatuen waren reine Einwohnungsorte dieses Prinzips.
So haben wir im Judentum genau dasselbe: ein Prinzip, welches in andere einwohnen konnte, seinen Wohnsitz aufschlagen konnte - in einem Altar, welches damit zur Shekinah wurde. Auch in Menschen! (Anm.: die damit als "Tempeljungfrau"-Shekinah den neuen Horus, Christus, austragen konnten.) Denn der paradiesische Mensch war lt. Genesis geschaffen als "Gefäß", Tempel oder Wohnstätte Gottes ("Ebenbild" ist ein Übersetzungsfehler), d.h. dieses universellen Prinzips.
Wenn das gewöhnliche Judentum also ihren Gott als männlich interpretierten, so Hauptsache deswegen, weil sie eine patriarchale Nomadengesellschaft waren, obwohl das ursprüngliche Prinzip an sich auch weibliche Züge besitzt (wie auch bei den Kabbalisten) und daher ist deine Interpretation der Shekinah als weibliche Form einer Gottheit, d.h. Erscheinungsweise der Gottheit, legitim. Ebenso die Interpretation der "Shekinah" als höheres Inneres Selbst (des Menschen).
Mit lieben Grüßen -
Füchsin

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