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Shekhina und Shabbat
Eris * schrieb am
29. März 2006 um 19:32 Uhr (888x gelesen):
Huhu Füchsin,
ich dachte mir der folgende Text über Shekhina/Schechinah/Shekinah passt ganz gut zum Thema.
Ist eine gekürzte Übersetzung der unten angegebenen Url.
Eris
Shekinah
Das Judentum ist eine monotheistische Religion mit starker Verbindung zum patriarchalischen Gott Yahweh. Es mag viele Leute überraschen herauszufinden, dass eine Göttin mit dem Judentum assoziiert ist seit dessen Konzeption und auch bis in die Gegenwart, in verschiedenen Formen, eine bedeutende Rolle spielt. Die Göttin ist am besten bekannt als Shekhina, ein Talmud Begriff, der die Manifestation von Gottes Präsenz auf Erden beschreibt.
Während die Bibel den Namen Shekhina nicht erwähnt, ist sie trotz allem an sehr alte Traditionen gebunden und eng mit antiken Göttinnen verwandt. Von besonderer Signifikanz ist hier die canaanitische Göttin Ashera, die zu Beginn der iraelischen Besiedlung des Landes Canaan, oft als Yahwehs Gemahlin bezeichnet wurde. Die Literatur nennt sie auch den 'heiligen Geist' was im hebräischen auch ein weiblicher Begriff ist. Die weibliche Natur Shekhinas lässt sich im hebräischen leicht belegen, denn das Geschlecht eines Wortes spielt in der Satzstruktur des Hebräischen eine bedeutende Rolle. So zeigt der Satz 'Die glorreiche Shekhina ist zurückgekommen, um uns zu segnen.' dreimal an, dass Shekhina weiblich ist und der Fakt sinkt so leicht ins Bewusstsein des Lesers.
Vom ersten Moment an zeichnet sich von Yahweh das Bild als harscher einschüchternder Gott. Dieser Charakter erforderte fast die Geburt einer Entität wie Shekhina. Zudem konnte er nicht mit menschlichen Augen gesehen werden und nur einige Propheten haben seine Stimme gehört. Jedoch zeigt fast jede Religion, dass die menschliche Natur sich um Intimität mit der Gottheit bemüht. Die Manifestation einer liebenden mütterlichen Entität, bereit ihre Menschen auch gegen Gott selbst zu verteidigen, bringt ein Gefühl des Trosts, dass eine väterliche unsichtbare Gottheit wie Yahweh seinen Anhängern nicht bescheren kann. Shekhina repräsentiert das Mitgefühl in seiner reinsten Form und obwohl sie offiziell die weibliche Seite Gottes war, war sie sichtbar und hörbar als eine weibliche Entität mit ihrem eigenen Rechten. Ein hübsches Geschöpf des Lichtes, dessen bedeutendste Funktion es war zwischen Gott und ihren Kindern zu vermitteln. Solch eine Entität wurde benötigt um das harsche des ursprünglichen Judentums zu besänftigen.
Aber wie entstand solch eine komplexe Entität ? Es begann mit dem Wechsel der Behausung Gottes. Während der Zeiten der Bibel nahm man an Gott lebe in den Wolken. Als die Israeli die Wüsten-Stiftshütte bauten und später Salomons Tempel, stieg Yahweh von den Wolken herab und lebte dort. Das Wort Shekhina, im hebräischen, kommt vom biblischen Verb 'shakhan' was soviel wie 'der Akt des verweilens/hausens' heißt, allerdings in der weiblichen Variante. Darum bezog sich zu Beginn der Talmud Ära das Wort Shekhina auf den Aspekt Gottes der unter den Menschen lebt und der mit den Sinnen wahrgenommen werden konnte. So besagt ein Talmud Vers z.B. 'Lass sie mir eine heilige Stätte bauen, so dass ich unter ihnen leben kann.' daraus wurde später 'Lass sie mir eine heilige Stätte bauen, so dass meine Shekhina unter ihnen leben wird.' Mit anderen Worten Shekhina wurde eine eigenständige Entität.
Langsam wurde die neu manifestierte Entität stärker. Eine völlige Unterscheidung taucht in einem Talmud Zitat vom Ende des ersten Jhd. BCE auf: '...während die Kinder von Israel noch in Ägypten waren legte der Heilige, gesegnet sei er, fest, dass er sie nur unter der Bedingung aus Ägypten befreien würde, dass sie ihm eine heilige Stätte bauen, so dass er seine Shekhina unter ihnen leben lassen kann.'
Eine andere Tradition behauptet sie hätte schon immer unter ihren Menschen gelebt aber ihre Sünden, hätten sie immer wieder in den Himmel vertrieben. Dennoch wäre sie wieder und wieder zu ihren Kindern zurückgekommen und versuchte sie zu retten.
Als die Juden später über die Erde verteilt waren wurde sie in Italien, Spanien, Deutschland, Polen und Russland gesichtet, in jeder Stadt in der Juden lebten. Skekhina tröstete die Kranken, die Armen, die Leidenden und kümmerte sich auch um reuige Sünder.
Wie jede jede gute Mutter, konnte sie auch strafen. Wenn sie sich gewalttätig verhielt, kam ihr Charakter eng an ihren machtvollen Aspekt der großen Ashera. Sie kam auf die Erde um Adam, Eva und die Schlange zu strafen, als sie im Garten Eden sündigten. Sie verwirrte die Erbauer des Turms von Babel. Sie ertränkte die Ägypter im roten Meer während des Exodus. Falls nötig tötete sie auch rechtschaffene Menschen: seit Anbeginn der Zeit waren dies 6 Leute: Abraham, Isaac, Jacob, Moses, Aaron und Miriam, die nicht vom Engel des Todes mitgenommen werden konnten, ihrer perfekten Reinheit willen. Doch jemand musste ihre Seelen in den Himmel bringen und das konnte nur Shekhina. Indem sie sie küsste befreite sie ihre Seelen von den Fesseln dieser Welt. In einer bewegenden Geschichte trug sie, nachdem sie Moses Seele befreit hatte, dessen Körper über einige Entfernung auf ihren Flügeln bis in sein geheimes Grab. Dieser Mythos bringt Shekhina mit einer anderen antiken Göttin in Verbindung. Anath. Nach einer Legende musste Moses von seiner Frau getrennt leben, so dass er immer rein genug wäre um mit Shekhina zu kommunizieren. Daraufhin entstand der Mythos, dass Moses und Shekhina als Mann und Frau zusammen lebten. Das Bild der Shekhina, die den toten Körper Moses trägt, spiegelt so die Sage von Anath wieder, die ihren toten Gatten Baal zu seinem Grab trägt.
Dies ist nicht das Ende von Shekhinas Entwicklung. Die Kabbalah arbeitet einiges zum Thema des weiblichen Aspekts Gottes aus. So taucht sie als machtvolle Matrone auf, die kontroverse Lilith, und schlussendlich als glorreiche Figur des Shabbat Hamalka - Königin, Braut Gottes - gefeiert jeden Samstag von Juden auf aller Welt, wenn sie die Sabbath Kerzen anzünden. Traditionell müssen diese Kerzen immer von einer Frau entzündet werden. Natürlich wurde auch Asherah hauptsächlich von Priesterinnen gedient. So schließt sich der Kreis.

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