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Re: @ *alias* Sarah-Maria, Ding-Dong (Maya) ua. wegen Suizid
Füchsin schrieb am 3. Juli 2003 um 10:26 Uhr (637x gelesen):

Ich würde sagen, es gibt viele Gründe sich das Leben zu nehmen, und eine pauschale Antwort gibt es nicht. Das Leben ist schwer, und niemand kam mit einer Garantie fürs Glücklichsein auf die Welt. Und ich weiß wovon ich rede, und habe auch manchmal düstere Phasen, wie wohl kein Mensch davon im Laufe seines Lebens davon völlig verschont wird. So zahlreich wie die Gründe, so zahlreich sind auch die von den Menschen gefundenen Lösungen, mit seelischen, körperlichen und finanziellen Schwierigkeiten fertigzuwerden. Ein generelles Patentrezept gibt es nicht, aber genau das wird hier von Selbstmordgefährdeten gesucht. Und dann ist man ettäuscht, frustriert, verletzt wenn die Antwort nicht so klingt wie man sie haben wollte. Ja, was wollte man denn für eine Antwort haben? Liegt in dem nicht schon die Lösung für das eigene Dilemma?

Jemand wurde schon als Kind gequält und geschlagen, wurde missbraucht und psychisch fertiggemacht, wurde von den Eltern nicht geliebt. Was wird hier gesucht? Das "Warum ist das mit mir geschehen" und "Warum haben mich meine Eltern nicht geliebt"...

Jemand wird verlassen, von Frau und Kind, Angehörige sterben. Oder: Jemand verliert seinen Job, seinen ganzen Besitz, und wird total von Angst vor der Zukunft, die düster ausschaut, gequält, in seiner Existenz bedroht.... Oder: Jemand fühlt sich als der größte Versager aller Zeiten, weil ihm sein Leben nicht so gelungen ist, wie er es sich insgeheim gewünscht hat, weil ihn andere Menschen ablehnen, verachten, verspotten, verfolgen, beruflich und sozial mobben... Oder: jemand ist schwerkrank, hat große Schmerzen und erträgt es nicht mehr... Oder: jemand ist allein und total vereinsamt... Oder: jemand ist so von Langeweile und Frust geplagt, weil ihm das Leben nichts mehr bietet, weil nichts weiter geht... Oder: jemand hat schlichtweg irgendwelche Enzyme, Mineralien, Vitamine etc. zuwenig oder in falscher Zusammensetzung... Oder....

Und für alle soll dieselbe Antwort gelten? Ich denke, im Grunde wollen alle sich aussprechen, wollen irgend einen Menschen, der sie ernst nimmt, ihnen zuhört, sie nicht verurteilt, sondern sie annimmt und liebt wie sie sind, der für sie da ist. Der sie vor der Zukunft beruhigt, ihnen einen Ausweg aus dem Dilemma zeigt, ihnen hilft, das "Warum" zu verstehen. Und mehr kann man auch nicht tun. Die Betreffenden selbst müssen (sich) heilen, müssen selbst die Kraft finden weiterzumachen, müssen einen Weg finden und ihn auch gehen. Niemand kann das für sie tun, man kann ihnen nur alle Liebe versuchen zu geben, die man hat. Das aber ist schwer, denn niemand hier im Forum ist Superman/Superwoman in Person. Das sind leider alles nur Menschen.

Das jemand Leute zwingen will, ihm die Zeit und Zuneigung zu geben, die er so dringend benötigt, indem er andere manipuliert und seinen Selbstmord ankündigt, mag schon bei einigen richtig sein, aber ich würde das unter "Notwehr" einstufen und denjenigen nicht so lieblos abkanzeln. Auch hier gilt: man kann sich offenbar nur dann in menschliche Not hineinversetzen, wenn man sie in einem Leben selbst durchlitten hat. Also: wehe, wehe!

Ich gehe auch davon aus, dass Selbstmord eine Kapitulation vor der Aufgabe darstellt, in jedem Leben Erfahrungen zu machen und zu LERNEN, und wenn man daran scheitert, so wird man sie im nächsten Leben möglicherweise wiederholen müssen. Und im Jenseits ist es auch nicht so lustig, so im Dauer-Heul-Zustand. Andererseits kann der Druck real - nicht nur subjektiv - so groß sein, dass man keine Lösung zu finden vermag (Schmerzen, zerstörte Existenz, drohende Gefahr...) und der Selbstmord als einziger Ausweg erscheint. Ich selbst habe dabei die Erfahrung gemacht, dass manche Probleme sich von selbst lösen, wenn man nur den Mut aufbringt, die Sache auszusitzen und in schlechten Zeiten DURCHZUHALTEN. Es geht das Leben trotzdem weiter. Schon morgen kann sich eine Tür auftun, die vorher nicht da war, und das Leben sieht ganz anders aus. Und man denkt dann: ach, ich wäre ja schön blöd gewesen... Das Leben ist schwer, und vielleicht ist es nötig, auch das DURCHHALTEN zu lernen und sich ZÄHIGKEIT und INNERE STÄRKE zu erwerben, egal was passiert. Egal was geschehen ist. Von selbst stellt sich das nicht ein, die muss man sich erwerben. Genausowenig wie Mitgefühl oder Verständnis sich von selbst ergibt - auch die muss man erst durch eigene schmerzhafte Erfahrungen erlernen.

Und nun zum letzten Punkt in dieser langen Antwort: die Angehörigen, die Freunde und Bekannte. Ich habe selbst einige Fälle von Suizid im Bekanntenkreis gehabt und ich weiß, wie total weh das in nachhinein den Angehörigen, Freunden und Bekannten tut. Will man das denn? Will man weinende Partner, Kinder, Mütter... zurücklassen? Erschütterte Kollegen? Ein Loch ist für sie da, das sich nimmer schließt, weil der Mensch ihnen doch mehr lieb und wert war, als der sich dachte. Während also der Depressive durch die Gegend läuft und voller Überzeugung glaubt, dass ihn niemand mag, weil... ist dem überhaupt nicht so. Hatte er ein Brett vor dem Kopf? Ja, hatte der!!!

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