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Reinkarnationslehre, Christentum und Kirchengeschichte
Summ schrieb am 4. November 2003 um 22:28 Uhr (368x gelesen):
Reinkarnationslehre, Christentum und Kirchengeschichte
Das im frühen Christentum die Reinkarnationslehre noch ihren Platz hatte, wird zB in Texten von Origenes von Alexandria (185-254) deutlich. Er schrieb zum Beispiel in "De principiis" folgene Worte:
..., so hat man die Ursache in einem Leben zu suchen, das dem jetzigen Leben voranging. Jeder von uns eilt der Vollkommenheit durch eine Aufeinanderfolge von Lebensläufen zu. Wir sind gebunden, stets neue und stets bessere Lebensläufe zu führen, sei es auf Erden, sei es in anderen Welten. Unsere Hingabe an Gott, die uns von allem Übel reinigt, bedeutet das Ende unserer Wiedergeburt.
Auch in der heutigen Fassung der Bibel sind noch Stellen vorhanden, die dies zeigen. Mehr dazu können Sie bei Kurt Eggenstein lesen. Natürlich hatte Jesus nicht bei jeder Gelegenheit die Lehre der Wiedergeburt verkündet, zu primitiv war die breite Masse der Bevölkerung. ZB Menschentötungen durch Steinigung waren normal etc..
Es ergibt keinen Sinn solchen Menschen, denen die Basis der Liebe und der Ehrfurcht vor dem Leben anderer Lebewesen fehlt, große Lehren zu präsentieren. Denn solche Lehren sind immer auch kopflastig, und wer es nicht schafft diese dann ins Herz zu integrieren fällt um wie ein entwurzelter Baum.
Und so läßt sich auch der Hauptteil seiner damaligen Lehre zusammenfassen in einem einzigen Satz:
Liebe dich selbst, sowie deinen Nächsten
Für jeden Lehrer ist es ganz normal erst mal zu schauen: In welcher Klasse sind meine Schüler eigentlich? Und er wird den Erstkläßlern anderes unterrichten als den Abiturienten. - So auch Jesus. Für die Erstkläßler mußte er noch materiell erscheinen, damit sie ihn sehen, anfassen konnten. Diesen Menschen mußte er erstmal beweisen, daß es überhaupt ein Leben nach dem Tode gibt.
Wer seine Lehre "Liebe dich selbst, sowie deinen nächsten Gedanken" praktiziert, erhält automatisch durch die damit verbundenen Änderungen innerhalb der eigenen Aura und dem Chakrensystem immer mehr Zugang zur geistigen Welt, zu ausersinnlichen Wahrnehmungen und zu geistigen Lehrern. Für diese braucht Jesus nicht mehr in materiell sichtbarer Gestalt zu erscheinen. Es genügen Durchgaben aus dem "Jenseits". Und derer gab es in den letzten Jahrhunderten genug. Große Werke, wie beispielsweise die Neuoffenbarung (durch Jakob Lorber) und viele weitere gechannelte Werke unter Beteiligung von Jesus-Sananda etc.. haben diesen Planeten erreicht. Alle diese Werke lehren die Reinkarnation...
Die Kirche verkündete, daß ihr euch besser anständig benehmen solltet, denn sonst...
Und da kamen die Vertreter der Reinkarnationslehre daher und sagten: "Ihr habt danach noch eine Chance und danach noch eine. Und dann immer noch weitere Chancen. Also macht euch keine Sorgen. Macht es so gut, wie ihr könnt. Seid nicht vor Furcht so gelähmt, daß ihr euch überhaupt nicht mehr rühren könnt. Versprecht euch selbst es besser zu machen, und geht eurer Wege."
Natürlich konnte das die frühe Kirche nicht billigen. Also tat sie zwei Dinge: Erst erklärte sie die Reinkarnationslehre zur Ketzerei und führte dann das Sakrament der Beichte ein. Die Beichte konnte dem Kirchgänger geben, was die Reinkarnationslehre versprach, nämlich eine weitere Chance.
Der Mensch wurde also von Gott für seine Sünden bestraft, es sei denn er beichtete sie. Nach der Beichte konnte er sicher sein, daß Gott ihm vergeben hatte.
Ja. Allerdings gab es da einen Haken. Diese Absolution konnte nicht direkt von Gott kommen. Sie mußte den Weg über die Kirche nehmen, deren Priester die fällige Buße auferlegten. Im allgemeinen wurden vom Sünder Gebete verlangt. Das waren für die Menschen wichtige Gründe, ihre Kirchenmitgliedschaft aufrechtzuerhalten.
Die Kirche merkte, daß die Beichte eine große Zugnummer war, und so erklärte sie es bald zur Sünde, wenn man nicht zur Beichte ging. Jedermann hatte wenigstens einmal im Jahr zu beichten. Tat er es nicht, lieferte das Gott einen weiteren Grund, zornig zu sein.
Die Kirche stellte immer mehr Regeln auf - viele davon völlig willkürlich und aus einer Laune heraus -, und eine jede hatte die geballte Kraft von Gottes ewiger Verdammnis als Rückendeckung, es sei denn natürlich, das Vergehen wurde gebeichtet. Dann wurde dem Sünder von Gott vergeben, und er entkam der Verdammnis.
Doch nun gab es ein weiteres Problem. Die Leute kamen zum Schluß, daß sie nun alles tun konnten, solange sie es nur beichteten. Die Kirche geriet in ein weiteres Dilemma. Die Furcht war aus den Herzen der Menschen gewichen. Die Zahl der Kirchgänger und Kirchenmitglieder schrumpfte. Die Leute kamen einmal im Jahr zur Beichte, sagten ihre Bußgebete auf, wurden von ihren Sünden losgesprochen und wandten sich wieder dem leben zu. Also mußte ein Weg gefunden werden, die Angst wieder in ihre herzen zu bringen. Und so erfand man das Fegefeuer.
Fegefeuer ?
Fegefeuer. Man beschrieb es als einen höllenähnlichen Ort, an dem man sich jedoch nicht ewig aufhielt. Diese neue Lehre besagte, daß Gott den Menschen für seine Sünden leiden ließ, auch wenn er sie gebeichtet hatte.
Dieser Lehre zufolge verhängte Gott ein gewisses Maß an Leiden über jede unvollkommene Seele, je nach Anzahl und Art der von ihr begangenen Sünden, wobei es da die Todsünden und die läßlichen Sünden gab. Todsünden, waren sie nicht vor dem Tod gebeichtet worden, schickten die Seele schnurstracks in die Hölle.
Die Zahl der Kirchgänger schoß wieder in die Höhe. Auch die Einnahmen aus der Kollekte und vor allem aus dem Ablaßhandel waren hoch - denn die Lehre vom Fegefeuer beinhaltete auch die Möglichkeit, sich vom Leiden freizukaufen.
Wie bitte?
Gemäß der Kirchenlehre konnte man einen besonderen Ablaß erhalten - doch auch hier wieder nicht direkt von Gott, sondern von einem Amtsträger der Kirche. Diese besonderen Ablässe befreiten einen - zumindest teilweise - vom Leiden im Fegefeuer, das man sich durch seine Sünden verdient hatte.
So etwas wie die vorzeitige Entlassung wegen guter Führung?
Ja. Aber diese Vergünstigungen wurden natürlich nur wenigen zuteil. Im allgemeinen jenen, die der Kirche eine sehr beträchtliche Spende zukommen ließen. Für eine wirklich große Summe konnte man den vollen Ablaß erhalten. Er bedeutete: Null Zeit im Fegefeuer. Eine Fahrkarte geradewegs in den Himmel.
Diese besondere Gunst Gottes war jedoch noch wenigeren vorbehalten. Den Königshäusern vielleicht. Und den Superreichen. Die Menge an Geld, Edelsteinen und Land, die die Kirche im Austausch für den vollen Ablaß erhielt, war enorm. Doch diese Exklusivität führte bei den Massen zu großer Frustration und Verärgerung.
Der arme Bauer konnte nicht auf einen Ablaß vom Bischof hoffen - und so verlor das Fußvolk allmählich sein Vertrauen in das System, und die Zahl der Kirchgänger schrumpfte aufs neue.
Und was ließen sie sich jetzt einfallen?
Sie führten die Novenenkerzen ein. Die Leute konnten in die Kirche kommen, eine Novenenkerze für die "armen Seelen im Fegefeuer" anzünden und durch das Beten einer Novene (einer Anzahl von Gebeten in einer bestimmten Reihenfolge, was einige Zeit in Anspruch nahm) die Strafe der lieben Verstorbenen um Jahre verkürzen und sie früher aus dem Fegefeuer freibekommen, als Gott es ursprünglich vorgesehen hatte.
Für sich selbst konnten sie zwar nichts tun, aber doch wenigstens um Gnade für die Verstorbenen beten. Natürlich war es hilfreich, wenn ein oder zwei Münzen für jede entzündete Kerze in den Schlitz geworfen wurden.
Es flackerten eine Menge kleiner Kerzen in den roten Gläschen, und eine Menge Peseten und Pfennige wurden in eine Menge Blechbüchsen geworfen, um mich dazu zu bewegen, die armen Seelen im Fegefeuer doch ein bißchen weniger leiden zu lassen.
Das ist ja unglaublich! Und du meinst, die Leute waren nicht imstande, das Ganze zu durchschauen? Sie erkannten darin nicht den verzweifelten Versuch einer verzweifelten Kirche, ihre verzweifelten Mitglieder ständig dazu zu bringen, alles zu tun, um sich vor diesem Desperado, den sie Gott nannten, zu schützen? Du meinst die Leute kauften Ihnen dieses Zeug tatsächlich ab?
Im wahrsten Sinne des Wortes.
Kein Wunder daß die Kirche die Reinkarnationslehre als Irrglaube bezeichnete.
Ja. Doch als ich euch erschuf, erschuf ich euch nicht so, daß ihr nur ein einziges Leben leben könnt,...
***
Buchauszug aus Gespräche mit Gott Band
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Diskussionsverlauf:
- Reinkarnationslehre, Christentum und Kirchengeschichte ~ Summ - 04.11.2003 22:28 (5)