Die Stadt des Lebens
Albine schrieb am 7. Juli 2005 um 13:07 Uhr (463x gelesen):
Liebe Stern,
..."Könnte es ein Konflikt in meinem Inneren sein? "...
- Ja, ich denke schon-
der Eindruck deines Traumes von meiner Seite war sehr emotional und sehr hektisch zugleich. Ich konnte Bilder deiner Träume erahnen, Gefühle in Situationen sehr gut spüren und hatte oft schon beim erstmaligen durchlesen eine recht klare Deutung.
Um die Übersicht zu wahren, teile ich deinen Traum in Abschnitte ein und kennzeichne diese unterschiedlich den meinigen Abschnitten.
**** Ich ging mit meinem Partner/Mann, der in dem Traum zwar an meiner Seite ist, aber eher nebensächlich, eher wie ein Schatten, durch eine Stadt und bewunderte deren Schönheit.
---> Dein Partner ist an deiner Seite. Er geht mit dir druch das Leben und ist ganz tief in dir auch stark mit dir verbunden. Ein Stadt ist manchmal das eigene Leen im Traum... Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft - das man druchlebt.
****Plötzlich hatte ich ein Bild vor Augen, wie sie während des Krieges ausgesehen hat und merkte, das die Schäden beseitigt wurden.
----> Krieg.
Hier habe ich zwei Deutungen für dich:
Zum einen kann es sein, dass du noch bilder deiner ehemaligen Arbeit verarbeitet hast bzw. du durch Tlelepatie in deinem Unterbewusstsein noch Gedanken und Gefühle der noch lebenden Kriegsopfer, mit denen du zusammen gearbeitet hast, verarbeitest.
Zum andete bedeutet Krieg auch immer ein eigener Konflikt. Hattest du also in deiner Vergangenheit mit deinem Leben oder deinem Körper "Krieg" und ist nun wieder alles beseitigt, kann dir das aufweisen, dass du Fortschritte gemacht hast und zufriedener bist.
**** Je weiter ich in das innere der Stadt ging, desto mehr befand ich mich plötzlich im Kriegsgeschehen. Rund um mich wurde geschossen, bombardiert, ich stand aber ruhig in der Mitte, wie ein Besucher aus dem All.
----> Du betrachtets das Geschehen um dich herum. In deinem Leben, in deiner Vergangehéit, vielleicht auch noch jetzt. Es sind tiefere Gefühle seines Lebens, die bis heute "stören" und Krieg mit dir selbst verursachen.
**** Vor mir ein Haus, das zu brennen begann, Leute sprangen heraus, in den Tod. Eine Schwangere fiel heraus, ich wollte sie auffangen, kam aber zu spät, sie war tod.
----> Diese Szene weißt ganz deutlich auf deine Fehlgeburt hin... du hattest dein Kind ebenfalls "auffangen" wollen, es nicht verliren wollen, es Retten wollen... doch die Veränderung mit dem Tod des Kindes war unabänderlich.
**** Eine andere Schwangere stellte sich vor mich, total hysterisch, sagte, sie bringe mich jetzt um, sie wolle das Kind nicht. Ich sagte ganz ruhig, ach bitte gib mir dein Kind, ich hätte so gerne eines. Und sie meinte: "bist du dir sicher? Später überlegst du es dir dann doch anders."
----> Diese Szene hadert mit dri selbst, ob du wirklich bereit für ein Kind sein könntest. Ob du Zweifel daran hast.
**** Ich dachte noch, vielleicht, vielleicht auch nicht, als sie sich in den Kopf schoss. Ich ging weiter, mir wurde geschrien, ich würde gebraucht. Wir (jetzt mehrere Personen) kamen in ein altes Kühlhaus, das ein wenig beschädigt war. Wir sollten dort umpacken: aus kleinen Körben wurden Delikatessen auf kleine Teller angerichtet, tolle Feigen, Obst, auch Gräser, alles mögliche. Und ich fragte, wozu diese sinnlose Arbeit: der Raum bricht fast zusammen, draußen explodieren dauernd Geschosse, durch ein Loch in der Wand sah man raus,
---> Vielleicht kamen dabei Gedanken aus deiner Vergangenheit zu dir... Nach der Fehlgeburt ( kann ich mir vorstellen) ist das Leben nicht mehr wie früher und man sieht kaum Nutzen, seinen Körper zu pflegen, seine Gesundheit zu achten usw. Grade da weird dann aber der meiste Prozess der Achtung von Außen ( Mitmenschen) geleistet und man fragt sich "warum so viel Gutes... das ist es doch eh nicht wert".
Diese Denkweise ist zwar nicht gut (!), doch dennoch gibt es viele dieser Fälle und das ist auch gut erklärlich.
**** sah die Menschen dort in Massen auf einem kleinen Hang sitzen, einfach so und zwischendurch vielen wieder einige tod um. Für mich war diese Arbeit sinnlos, aber ich hatte sie zu machen, weil es so gewünscht wird.
----> Das Aufstehen nach der Fehlgeburt erschien dir vielleicht anfangs auch sinnlos, doch es wurde einfach erwartet, von deinem Leben selbst. Von dir und deinen Mitmenschen und es ging voran... so oder so.
**** Mein Partner arbeitete hier auch mit. Vor lauter Angst rannte ich raus, draußen war ein junger Mann, der gerade so einiges in die Luft gehen lassen wollte, einfach so. Er bedroht mich, bedrohte mich aber auch nicht, er war einfach, ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, verwirrt, verteidigungslustig gegenüber jeden, keine Ahnung - plötzlich sprach ich deutsch (die Traumsprache war eine andere) mit ihm und er meinte, ja, man könnte, in dem Durcheinander auch mal deutsch sprechen.
----> Manchmal weiß man nicht mehr, wo man hingehört. Oft tritt es nach einem sehr schweren Schicksalsschlag auf und bleibt dann im Unterbewusstsein. Eine andere Sprache ( laut einigen Büchern) kann auch auf einen Ausweg aus einer Situation, auf neue Intentität hinweisen... etwas Vergangenes hinter sich zu lassen ( so vielleicht auch das schlechte Erlebnis der Fehlgeburt).
**** Ich erklärte ihm, na, ich komme wirklich aus Österreich, bin hier, sollte hier "helfen", und fand mich fehl am Platz.
----> Vieleich fühltest du dich damals wirklich fehl am Platze und arbeitest diese Zeit aus deinem vergangenen Leben auf.
**** Er verstand es nicht, wie konnte ich denn hierher kommen, war dann aber sehr froh, da draußen gab es noch jemanden, dem sie nicht egal waren. Wir kamen ins Reden, schauten plötzlich unsere zahlreichen Wunden an und setzten uns mitten im ganzen Trubel hin. Er vergaß seine Waffe. Plötzlich schrie jemand in die Menge, die Kinder sollten mitkommen, viele Kinder gingen mit, ohne Ahnung zu haben wohin, ob sie wiederkommen würden. Die Menschen waren alle passiv. Ein kleines Mädchen mit rosa Kleid kam zu mir und sagte: "Gell, ich kann auch nackig hingehen, ich kann auch so nackig hingegen, wie ich bin." Ich verstand sie nicht, sie trug doch ein Kleid und sie ging weiter, wohin weiß ich nicht.
----> Kinder sind in diesem Traum einer zentralen Stellung zugeordnet. Dieses Kind könntest du selbst gewesen sein! Vielleiucht warst du als Kind eingeengt, vielleicht hat dich etwas gequältm geängstigt... Kleidung ist so ein Sinnbild für "Zwang und Angst". Der freie Körper ist ebenfalls ein Symbol für Freiheit und Vertrauen. Vielleicht bedeutet die Frage des Kindes in dir selbst soetwas wie " darf ich kein freies Kind sein? Warum muss ich zwänge um mich haben, warum Angstß" Da hatten wir unds ja neulich unterhalten über "etwas" und ich finde das passt sehr naheliegend...
**** Der Mann neben mir, sagte: "hier sterben keine Menschen im Vergleich zum .... (Grenzhügel, dort sterben so gut wie alle" und ich sagte: "ich weiß, ich habe es gehört, gesehen" und in einem kurzen Traumbild tauchte der Hügel vor mir auf.
----> Grenzhügel deutet auf eine Grenze, auf einen Schlussstrich. Du stehst nicht an diesem Grenzhügel, du stehst hier. Das könnte bedeuten, dass es genug innere Opfer in deinem Leben gab, du stehst jetzt HIER und du stehst sicher ( relativ).
**** Plötzlich umarmten wir uns, alles rundherum verschwomm und mitten dahinein hieß es, der Frieden ist unterzeichnet und es wurde ruhig, ich bin in einem Wald, der Junge geht und mein Mann kommt. Er fragt, ob alles in Ordnung ist, ob es mir gut geht und ich bejahe - wir können nach Hause gehen.
----> Vielleicht hattes du in der Stadt deines Lebens etwas nachzuforschen... um ganz sicher zu gehen, dass es gut ist. Der "Frieden" bedeutet, dass du mit deinem Leben, deinem Körper, der Vergangenheit abgeschlossen und darüber gutb nachgedacht hast und nun weitergehen kannst, ohne negative Hintergedanken.
Frieden macht dich frei, gelassen und neugierig auf etwas Neues... auf die Zukunft.
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Da ich dich nun schon eine ganze Weile kenne, konnte ich vielleicht manche Traumsymbole etwas anders deuten. Allerdings weiß ich dennoch nicht, in wie weit ich richtig liege.
Du kannst mir, wie du weißt, jederzeit gerne eine Mail schreiben!!!
Alles Liebe,
deine Albine

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Diskussionsverlauf:
- Krieg? ~ Stern - 05.07.2005 05:27 (1)
- Die Stadt des Lebens ~ Albine - 07.07.2005 13:07