segnung von speisen (@ narahari das)
max schrieb am 14. Februar 2005 um 15:29 Uhr (574x gelesen):
hi :)
ich denke es gibt beim essen im vergleich zu weihrauch etwa den riesen unterschied, dass man sehr festes in sich aufnimmt (nicht nur rauch über die nase).
mich wundert noch die vernichtung.. wein wegschütten (muss sagen ich würde gott .. weder wein noch fleisch anbieten wollen.. würde sich für mich komisch anfühlen.)
wenn man das brot aufisst statt es verschimmeln zu lassen z.B. so wird doch dieses aufgeladene nahrungsmittel einem höhren zweck zugeführt als bei seiner vernichtung.
interessant zu wissen, dass es regelrechte bräcuhe gibt und gab, die sich um die widmung von speisen an immaterielle besucher drehen.
liebe grüße
> Hallo!
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> Da sind zwei Dinge durcheinandergeraten, fürchte ich.
> Das Opfer von Speisen war ursprünglich eine geweihte Gabe an die Götter, um sie günstig zu stimmen für eine Gegenleistung. Schließlich bemerkte man in der Mneschheitsgeschichte langsam, dass das ein symbolischer Akt ist, der sich geistig abspielt. Man verbrannte nur einen Teil der Nahrung (der als Rauch aufstieg) und der Rest wurde in der Gemeinschaft verspeist. (Oder man verbrannte von Haus aus nur etwas Blumen, Getreide, Weihrauch und versprengte Wasser...) Das gemeinsame Opfer holte etwas von der Gottheit auch in die Mitte des Festmahls, bei der die Opfernden die restlichen Gaben verspeisten. Man "lädt" sozusagen einen immateriellen Besucher mit in die Runde ein.
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> Selbstverständlich ist die Gottheit nicht auf diese Opfer angewiesen, sondern das ist einfach eine symbolische Geste der Liebe bzw. des Respekts, welches man in seinen Gedanken hegt. (Daher auch die Ersatzmöglichkeit mit Blumen, Weihrauch...) Hier kommt es nun zu Überschneidungen mit dem Segnen.
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> Man konnte durch Gebete (und symbolische Handlungen) auf die Gaben der Gottheit ihren jeweiligen Segen herabrufen, z.B. auf die Ernte, auf das Vieh, auf Felder, auf Häuser, auf Kinder... Die Gnade der Gottheit beschützte und verwandelte das Gesegnete, manchmal wurde das Gesegnete der Gottheit sogar "überantwortet", aber in diesem Fall im Gegensatz zum Opfer nicht verbrannt, zerstört, getötet o. ä. (Bei der Taufe wird das Kind z.B. dem christlichen Gott überantwortet.)
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> Wenn man Speis und Trank vor dem Essen per Gebet segnet, so verbindet man das meist mit einem Dank an den Stifter dieser Gaben (inklusive der Natur) und möchte, dass Speise und Trank den Menschen innerlich reinigen und aufbauen ("zum Segen gereichen"). Ob man nun Gott selbst zum Mahl in die Runde einlädt oder nicht, kommt darauf an - m. E. sollte man dann aber auch einen Teil der Gaben "vernichten", z.B. ein Glas Wein als Opfergabe verschütten o. ä. Außer die Gottheit kann man natürlich geistig auch andere Menschen zum Mahl miteinladen, z.B. bei einem Erntedankfest symbolisch die Hungernden der Welt, auf dass auch sie (magisch) Speisen erhalten.
>
> In Teilen von Österreich gibt es z.B. den Brauch, an einem bestimmten Tag im Jahr (Tag der unschuldigen Kinder/Jän. oder zu Allerseelen/ 2. Nov.) einen Teller mit Brot und Milch für unglückliche, verlorene (und ungetaufte) verstorbene Kinder vor die Tür zu stellen - (Am nächsten Tag wird das ihnen geweihte Brot, falls noch da, vernichtet.) Man sagt, Frau Holle (= Jenseits-Göttin Hel!) geht mit den verlorenen Kindern an diesem Abend auf der Erde spazieren.
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> Liebe Grüße -
> Füchsin
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