Subject: Buch: Robert A. Monroe. 'Der zweite Körper'
Name: Dietmar Dohmen
eMail: dietmar.dohmen@gmx.de

Buchrezension: Robert A. Monroe. 'Der zweite Körper'

Dritte Auflage 2000
Ansata-Verlag
ISBN: 3-7787-7100-0

 

Hallo Ihr Lieben,

puh, bei diesem Buch hab' ich ziemlich heftig geschwitzt und überlegt, wie ich denn hier eine Rezenzion anlegen sollte. Ich hab' sogar Sven um einen Rat gebeten und der hat geantwortet: "Tja, dazu müßte man sich ganz in Monroe's Welt begeben können."

Jaaa, das isses! 'Der zweite Körper' ist nämlich keine chrono--logische Fortsetzung von 'Der Mann mit den zwei Leben'. Monroe macht hier einen Riesen-ERKENNTNIS-sprung und taucht tief in seine persönliche Erfahrungswelt ein. Das Buch ist m.E. deshalb auch überhaupt nicht für absolute Neueinsteiger geeignet. Es gibt KEINEN Technikteil und es wird eine ganze Menge Basiswissen vorausgesetzt.

Aber der Reihe nach:

Im ersten (von dreien) Teil beschreibt Monroe die Fortführung der Forschungsaktivitäten an seinem eigenen - mittlerweilen zu diesem Zweck errichteten- Institut. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Suche nach einer Methode den Fokus 10 (und dann höhere Stufen) möglichst einfach, schnell und ZUVERLÄSSIG zu erreichen. Die Hemisphären-Synchronisation wird entwickelt! Innerhalb dieses Gateway-(Einstiegs-)Programms führt er und sein Team insgesamt 60.000 Einzeltests mit Freiwilligen durch. Die exakten Einzelprotokolle und Erlebnisberichte sind z.T. u-n-g-l-a-u-b-l-i-c-h!! Eine Geschicht muß ich in diesem Zusammenhang unbedingt loswerden, auch auf die Gefahr hin, daß diese Rezension vielleicht 'ne Spur zu lang wird (...aber ich brauch sie nachher ja nicht mehr zu lesen, hä,hä:-))

Also, Monroe und das Team beschäftigt seit einiger Zeit die Frage, ob 24 Testpersonen, die gleichzeitig versuchen *auszusteigen*, wohl in der Lage sind, soviel Energie zu erzeugen, daß man diese sehen kann. Diese Experiment wurde in einem Motel dann auch durchgeführt. Die gesamte Außenbeleuchtung der Anlage wurde ausgeschaltet. Es war stockdunkle Nacht: "Zu viert gingen wir nach draußen und blickten in die Dunkelheit. Wir hatten Zeit genug gehabt, unsere Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen, und so hielten wir eifrig Ausschau, als das Signal zur verabredeten Zeit kam. Aber keiner von uns sah irgend etwas.

Plötzlich rief unser Elektroingenieur ganz aufgeregt: **Weiter oben! Weiter oben!**

Wir blickten weiter nach oben. Wir anderen hatten den Raum unmittelbar über dem Dach des Motels beobachtet. Jetzt blickten wir staunend hinauf zum Himmel. Am sternenklaren Himmel sahen wir zarte, rote, neonartige Wellen....."

Den eigentlichen Schwerpunkt des Buches bildet aber sicherlich der zweite Teil.

Monroe hat schließlich irgendwann, von den immer und immer gleichen Experimenten und Erfahrungen, die Nase voll und beginnt sich zu langweilen (...muß man sich mal vorstellen!!). Er fragt sich, was er denn außerkörperlich sonst noch tun könne. Und so beschließt er eines Tages, einfach mal gar nichts mehr Zielgerichtetes zu unternehmen, und nur noch auf Impulse von innen zu achten. Nach dem Motto 'Jetzt-übernimmt-jemand-anderes-die-Führung' öffnet er sich weit und beobachtet aufmerksam. Er erhält die Kennung Z-55. Es stellt sich heraus, daß es sich hierbei um seinen längst verstorbenen Freund Lou handelt. Dieser bringt Monroe schließlich mit den INSPES (intelligente Spezies) zusammen.

Auf der Ebene der nichtverbalen Kommunikation werden Monroe nun restlos ALLE Fragen, die ihn beschäftigen, von diesen allwissenden Lichtwesen beantwortet. Viele dieser Antworten muß er allerdings durch eigenes Erleben selber herausfinden und so schicken ihn die INSPES durch physische und nichtphysische Welten. Für diese Reisen durch das Multiversum stellen sie ihm einen hilfsbereiten Begleiter zur Seite. 'BB' und Monroe werden schnell Freunde und erleben zusammen Abenteuer, die sich z.T. wie vollkommen durchgeknallte SciFi-Storys *anhören*.

Und genau DAS wird zum Problem des Lesers und in diesem Fall auch zum Problem des Rezesenten. Es gibt nämlich nur zwei Möglichkeiten das Beschriebene zu bewerten: Eben als Sci-Fi-Traumabenteuer, oder wenn's das nicht ist...? Ja, was ist es denn dann?

DANN, JA DANN wird eine sehr, sehr mutige Entscheidung vom Leser erwartet. Nämlich ANZUERKENNEN, daß das Berichtete/Erfahrene den gewaltigsten Quantensprung in der menschlichen Erkenntnisentwicklung darstellt. Denn es werden alle, wirklich alle Fragen um Leben und Tod beantwortet. Aber diese Antworten sind nicht alle paradiesisch...

Ich hab' diese Entscheidung getroffen, aber das war wirklich keine Schonkost.

Es folgt der Anhang mit einem interessanten 'Live'-FAQ, einem psycho-physiologischen Gutachten über Monroe selbst und einem ausführlichen Bericht dreier Psychiater über das Phänomen der Außerkörperlichkeit. Alles sehr lesenswert!

Ach ja, Monroe schließt seinen Bericht mit den Worten:"Wir sehen uns zu Hause oder am Wege!"
Auch sehr schön, oder?

Ich sag' erstmal nur Tschüß

Euer
Dietmar